mormann 150x200In seiner heutigen Sitzung hat der Landtag den Antrag der Koalitionsfraktionen „Den Meisterbrief als zentrales Qualitätsmerkmal im Handwerk erhalten und stärken“ beschlossen. Darin wird die Landesregierung gebeten, sich für den Erhalt und die Stärkung des Meisterbriefes als zentralen Bestandteil unserer Wirtschaftsstruktur und als Garanten für Ausbildung und Beschäftigung in unserem Land einzusetzen.

Zudem soll die Landesregierung auf Bundesebene einige Harmonisierungsbestrebungen der EU-Kommission kritisch begleiten. Die Kommission plant derzeit, Zugangsbeschränkungen im Dienstleistungssektor zu evaluieren und abzubauen. „Das darf aber nicht dazu führen, dass das duale Ausbildungssystem in Deutschland in Frage gestellt wird“, warnt Ronald Mormann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Harmonisierung ja, aber nicht um den Preis, die jahrhundertelange Erfolgsgeschichte „Meister“ zu beenden. Der Preis ist zu hoch.“

Mormann verweist dabei vor allem auf die vielen zur Ausbildung befähigten Meisterbetriebe im Land. „Ich bin ein erklärter Freund der dualen Ausbildung“, erklärte der Wirtschaftspolitiker. Deutschland habe die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union. Ein Grund dafür sei eben auch die qualifizierte Ausbildung der Jugendlichen in unserem dualen System. „Mit einer Ausbildungsquote, die doppelt so hoch ist wie die der Wirtschaft insgesamt, leistet das deutsche Handwerk hier einen entscheidenden Beitrag“, sagte Mormann. „Garant für das hohe Niveau der Ausbildung ist die gute Qualifikation der Ausbilder.“ 95 Prozent der Lehrlinge im deutschen Handwerk werden in Meisterbetrieben oder in Betrieben mit gleichwertig qualifizierten Betriebsleitern ausgebildet.

Den Deregulierungsbemühungen der EU-Kommission erklärte Mormann eine deutliche Absage. „Die derzeitigen Pläne gefährden leichtfertig die Grundlagen dieser Erfolgsgeschichte. Das kann auch der EU-Kommission nicht egal sein. Der Meisterbrief ist ein Siegel für die Qualität der Dienstleistung und der Ausbildung im Handwerk.“

Mormann warb für den umgekehrten Weg. „Unsere europäischen Nachbarn schauen nach Deutschland und sehen die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Wir bieten unser Know How gerne an. Dann kann dieses System, auch basierend auf dem Meisterbrief, als best practice-Beispiel in Europa Schule machen.“