mormann 150x200steppuhn 150x200Am Mittwoch ist Tag des Ausbildungsplatzes. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit zeigt sich, dass es auch für Unternehmen zunehmend schwierig wird, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Dazu erklären Ronald Mormann, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion, und Andreas Steppuhn, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion: „Nach ersten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit kommen im Ausbildungsjahr 2013 durchschnittlich 1,21 Bewerber auf eine zu besetzende Stelle. Im Bundesvergleich ist dies noch eine gute Relation. Diese Zahl ist noch vorläufig und kann sich im Laufe des Jahres noch verändern.“

„Jedoch wird eines klar: Die Situation, dass sich Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbern den besten auspicken können, ist vorbei. Zwar gibt es in einigen Ausbildungsberufen einen deutlichen Überhang an Bewerbern, jedoch haben andere Berufsgruppen erhebliche Probleme, die geeigneten Bewerber zu finden. So sucht das Hotel- und Gaststättengewerbe oder der Lebensmittelhandel händeringend nach Azubis“, bewertet Ronald Mormann die Zahlen der Bundesagentur. „Angesichts der demografischen Entwicklung und der Abhängigkeit unserer Wirtschaft von gut ausgebildeten jungen Menschen, dürfen wir niemanden zurücklassen. Daher müssen wir große Anstrengungen unternehmen, um die Fachkräftesituation in Sachsen-Anhalt zu stabilisieren.“

„Wir müssen es schaffen, jeden jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Deshalb müssen wir uns um die Verringerung der Abbrecherquoten in der Schule und während der Berufsausbildung kümmern. Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, müssen aktiv begleitet und unterstützt werden. Es ist dringend geboten die Anzahl der unversorgten Bewerber in der Ausbildungsstatistik auf null zu setzen. Und natürlich müssen die Perspektiven für junge Menschen in Sachsen-Anhalt verbessert werden. Wenn man dauerhaft das Abwandern von Azubis verhindern will, muss man mit vernünftigen Rahmenbedingungen werben, sprich Gehalt und eine stabile berufliche Chancen, die nicht von ständiger Befristung und prekärer Arbeit geprägt sind, in einem heimischen Umfeld“, ergänzt Andreas Steppuhn.

Der Fachkräftesicherungspakt aus dem Jahr 2010 war ein erster wichtiger Schritt um die Fachkräftesituation in Sachsen-Anhalt dauerhaft sicherzustellen. Anlässlich des Tages der Ausbildung sollte uns aber wieder bewusst werden, dass dafür noch von Politik und Wirtschaft viel zu leisten ist.