reinecke 150x200Corinna ReineckeDamit die Rechte von Mädchen weltweit geachtet werden, brauchen Mädchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Daher ernannten die Vereinten Nationen auf Initiative des Kinderhilfswerks Plan International den 11. Oktober zum Welt-Mädchentag. Er soll die Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Mädchen und ihre Rechte aufmerksam machen und dafür sensibilisieren, dass nach wie vor vielen Mädchen weltweit elementare Grundrechte vorenthalten werden – nur weil sie Mädchen sind: Mehr als 60 Millionen Mädchen werden vor ihrem 18. Lebensjahr zwangsverheiratet. Jährlich sterben rund 70.000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren an den Folgen von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. 150 Millionen Mädchen unter 18 Jahren erleben ihre ersten sexuellen Kontakte unter Anwendung von Gewalt. 75 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule.

„Mädchen werden in vielen Ländern als Menschen zweiter Klasse behandelt. Sie werden benachteiligt, diskriminiert und sind Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Deswegen brauchen wir einen Welt-Mädchentag, der den Blick der Welt auf die Rechte von Mädchen lenkt. Denn Menschenrechte gelten für alle, für Männer und Frauen gleichermaßen. Die Ausbeutung und Benachteiligung von Mädchen geschieht aber, ohne dass es einen großen Protest gibt. Das ist nicht länger hinnehmbar“, so Corinna Reinecke, AsF-Landesverbandsvorsitzende.

schulze 200x150Sarah SchulzeAuch in westlichen Industrieländern wie Deutschland ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern noch nicht verwirklicht. So „verdienen“ Frauen in Deutschland durchschnittlich 22% weniger als Männer, sind sie in Führungspositionen kaum vertreten und stemmen den Großteil der Familienarbeit. Anders als bei uns bedeutet Gleichstellung jedoch in den Entwicklungsländern, dass Frauen und Mädchen überhaupt überleben. „Die Geringschätzung von Mädchen und Frauen dort hat tiefe Wurzeln. Sie ist vielfach eingebettet in kulturelle Überzeugungen, Traditionen und religiöse Einstellungen, nach denen Mädchen gegenüber Jungen minderwertig sind“, so Sarah Schulze, stellv. Landesvorsitzende der AsF Sachsen-Anhalt. Mit der Einrichtung eines Weltmädchentages ist die große Aufgabe verbunden, Aufmerksamkeit und Aufklärung zu organisieren, den betroffenen Mädchen Mut zu machen und für ihre Rechte zu kämpfen. „Mit dem Weltmädchentag unternehmen wir also nichts weniger als den Versuch, das Miteinander in diesen Gesellschaften zu verändern. Nur so kann gewährleistet werden, dass Mädchen die Anerkennung und Förderung erhalten, die sie verdienen“, ergänzt Schulze.