budde2 150x200Heute hat der Landtag zu einer Aktuellen Debatte der SPD-Landtagsfraktion zum Thema „Entgeltgleichheit verwirklichen - Lohnlücke endlich schließen“ debattiert. Darin forderte Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorsitzende ein Entgeltgleichheitsgesetz und stellte sich damit hinter den Vorschlag von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

„Die Aufstiegschancen in diesem Land sind nach wie vor vom Geschlecht abhängig“, erklärte Budde im Parlament. Frauen tragen nach wie vor die größeren Risiken im Erwerbsleben als Männer. Frauen sind diejenigen, die am meisten und vor allem häufig unfreiwillig in Teilzeit und in prekärer Beschäftigung arbeiten. Deshalb hat Altersarmut vor allem ein weibliches Gesicht. Frauen haben zwar gleich gute oder oft auch bessere Berufs- und Bildungsabschlüsse als Männer. In der Arbeitswelt werden sie trotzdem oft abgehängt. Sie werden auf gleichen Positionen im Schnitt schlechter bezahlt. Die Lohnlücke liegt aktuell bei rund 22 Prozent.

Frauen werden auch seltener Chefin. Oft gibt es mit der Geburt des ersten Kindes ungewollt den Karriereknick und wieder sind es die Frauen, die größtenteils und oft ungewollt für die unbezahlte Haus- und Erziehungsarbeit zuständig sind. Zusammengefasst zahlt sich Leistung für Frauen weniger aus. „Das ist eine strukturelle Diskriminierung, die abgeschafft gehört!“, so Budde. „Da muss man auch als Gesetzgeber nachhelfen. Es muss der Grundsatz gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die Dicke der Lohntüte darf sich nicht daran bemessen, wer in der Mittagspause auf welche Toilette geht.“

Budde kritisierte zudem, dass die Bundesrepublik beim Thema auch 2014 das Schlusslicht in Europa geblieben sei. „Damit ist die Lohnlücke nicht nur eine Gerechtigkeitslücke, sie ist auch eine Peinlichkeit!“ Im EU-Durchschnitt verdienen Frauen 16,2 Prozent weniger, in Deutschland sind es eben 22 Prozent. „Das heißt, der Wirtschaftsriese Deutschland ist ein Gerechtigkeitszwerg beim Thema Entgeltgleichheit. Das ist für mich nur schwer erträglich.“