budde2 150x200Katrin BuddeSeit 2008 wird in Deutschland der Equal Pay Day begangen, um auf die bestehenden Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern und deren Ursachen aufmerksam zu machen. Der Aktionstag markiert den Tag, an dem Frauen genauso viel Geld verdient haben, wie Männer bereits am 31.12. des Vorjahres. In diesem Jahr fällt dieses Datum auf den 21. März.

Frauen müssen in Deutschland demnach durchschnittlich knapp drei Monate (80 Tage) länger arbeiten, um die Gehaltsdifferenz von aktuell 22 Prozent auszugleichen. Das ist deutlich schlechter als der EU-Durchschnitt, der bei 17,1 Prozent liegt. „Das ist eine Ungerechtigkeit, die man unbedingt beseitigen muss“, erklärte Katrin Budde, SPD-Landesvorsitzende und Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. „Frauen erreichen heute ebenso erfolgreich Berufs- und Bildungsabschlüsse wie Männer, häufig schneiden sie sogar besser ab. Aber auf dem Arbeitsmarkt werden sie ausgebremst. Sie verdienen weniger bei gleicher Arbeit, die sind oft allein für die Familienarbeit zuständig, ihr Erfolg in Studium und Ausbildung nicht in den Chefetagen wieder.“


reinecke 150x200Corinna ReineckeDer Equal Pay Day ist der Anlass, Aufmerksamkeit für das Thema Entgeltgleichheit zu erregen und eine Diskussion darüber anstoßen, warum Frauen nach wie vor rund ein Viertel weniger verdienen als Männer. „Frauen sind aber kein Viertel weniger wert, daher müssen wir auch die Ursachen für die Entgeltlücke ins Visier nehmen“, so Corinna Reinecke, Vorsitzende der AsF Sachsen-Anhalt und stellv. SPD-Landesvorsitzende. „Entgeltungleichheit hat zahlreiche Ursachen: Frauen fehlen nicht nur in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter. Sie unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer, was im Lebensverlauf zu deutlichen Lohneinbußen führt. Tätigkeiten, die als typische Frauenberufe gelten und vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, werden in individuellen und kollektiven Lohnverhandlungen schlechter bewertet und bezahlt.“

2013 steht der Equal Pay Day unter dem Motto „Viel Dienst, wenig Verdienst - Lohnfindung im Gesundheitswesen“ und stellt damit die schlechte Bezahlung in Gesundheitsberufen in den Fokus des Aktionstags. In der Gesundheitsbranche sind 80 Prozent der Beschäftigten weiblich. „Die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen, die in unserer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen, verdienen einen qualifikations- und leistungsgerechten und vor allem existenzsichernden Verdienst. Das liegt nicht zuletzt auch im Interesse der Patientinnen und Patienten“, so Budde und Reinecke.

Katrin Budde