Auf dem heutigen außerordentlichen Parteitag der sachsen-anhaltischen SPD wurde SPD-Chefin Katrin Budde mit überwältigender Mehrheit zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2016 gewählt. Auf der Mitgliedervollversammlung stimmten 350 von 357 anwesenden Mitgliedern für die 49jährige. Sie wird damit die SPD in den Landtagskampf führen.

Budde dankte den Mitgliedern für das Vertrauen. „Ich freue mich über die Unterstützung“, sagte die frisch gebackene Spitzenkandidatin, „und ich freue mich auf einen engagierten Wahlkampf. Wir haben alle Chancen, wenn wir als SPD an einem Strang ziehen.“

Dabei hatte sie in ihrer Rede als Wahlziel ausgegeben, die Staatskanzlei zu erobern. „Wir treten an, damit wir nicht wieder Juniorpartner werden“, so Budde. „Wir treten an, weil wir die Richtlinienkompetenz in der Regierung wollen! Juniorpartner ist nicht erste Wahl. Die alte Tante SPD ist im letzten Jahr nicht 150 Jahre alt geworden, um hier jahrzehntlang Steigbügelhalterin für andere zu sein.“ Vorfestlegungen auf einen Partner erteilte Budde hingegen eine klare Absage. Die SPD wird ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen.

Als Herausforderungen für die nächsten Jahre nannte die Spitzenkandidatin die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes und mehr Stolz auf die Leistungen der Menschen. „Sachsen-Anhalt ist das am meisten unterschätzte Land der Republik. Das muss anders werden. Die Menschen haben in den letzten 25 Jahren eine grandiose Aufbauleistung vollbracht. Darauf können wir zu Recht stolz sein.“

Anlässlich des Internationalen Frauentages richtete Budde die Aufmerksamkeit auch auf die Gleichstellung. „Dabei haben wir in den letzten 100 Jahre viel erreicht, aber es ist noch lange nicht gut!“, sagte die SPD-Chefin. „Es gibt zwar heute viele Frauen in Führungspositionen, aber selbstverständlich ist das noch lange nicht. Die Aufstiegschancen in diesem Land sind nach wie vor vom Geschlecht abhängig.“ So hätten  Frauen zwar gleich gute oder oft auch bessere Berufs- und Bildungsabschlüsse als Männer, in der Arbeitswelt werden sie trotzdem oft abgehängt. Sie werden auf gleichen Positionen im Schnitt schlechter bezahlt. Die Lohnlücke liegt aktuell bei rund 22 Prozent. „Hart ausgedrückt heißt das: Leistung zahlt sich für Frauen weniger aus“, sagte Budde. „Das ist eine strukturelle Diskriminierung. Die gehört abgeschafft.“