budde1 150x200Heute jährt sich die erste demokratische und freie Wahl der Volkskammer in der DDR zum 25. Mal. Vier Monate nach dem Fall der Berliner Mauer gelang am 18. März 1990 der friedliche Wechsel zu einer parlamentarischen Demokratie. Rund 12,4 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die erste und einzige freie Volkskammer zu wählen. 19 Parteien und fünf Listenverbindungen standen zur Wahl. 93,4 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung machten von ihrem neuen demokratischen Recht Gebrauch.

„Die erste freie und demokratische Wahl in der DDR war ein Meilenstein für die weitere politische in Ostdeutschland“, erklärte Katrin Budde, SPD-Landesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt. „Der friedliche Kampf für Demokratie und Bürgerrechte im Herbst 1989 hatte sich ausgezahlt. Die hohe Wahlbeteiligung zeigte, dass die Bürgerinnen und Bürger die neue Chance der politischen Teilhabe mit Begeisterung wahrgenommen haben.“


Wilhelm Polte zog 1990 für die neugegründete SPD in die Volkskammer ein, bevor er im gleichen Jahr zum Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg gewählt wurde. „Für alle Bürgerinnen und Bürger der DDR war der 18. März 1990 ein historischer Tag“, so Polte. „Die Stimmung in jenen Tagen war vom Gefühl des politischen Aufbruchs geprägt. Die neue Parteienlandschaft bot den Bürgerinnen und Bürgern zum ersten Mal eine echte Wahl. Dieser Tag hat die politischen und gesellschaftlichen Prozesse in jenem Jahr nachhaltig beeinflusst.“

Die erste demokratisch gewählte Volkskammer wurde bereits im Oktober 1990 aufgelöst. Am 2. Dezember 1990 wurde der erste gesamtdeutsche Bundestag gewählt.