Dr. Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende

Auf Einladung der SPD-Fraktionsvorsitzenden im sachsen-anhaltischen Landtag, Katja Pähle, besuchte der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), am heutigen 1. Mai das Förderwohnheim Akazienhof in Halle (Saale). „Wir haben das Gespräch mit Menschen gesucht, die auch am Feiertag arbeiten müssen und dafür sorgen, dass der Laden läuft“, sagte Katja Pähle. „Ich habe große Hochachtung vor allen, die diese Aufgaben insbesondere in Pflege- und Gesundheitsdiensten erfüllen.“ Die kommunale Paul-Rieck-Stiftung bietet in ihrem Förderwohnheim Wohnplätze für nahezu 100 Menschen mit geistigen Behinderungen. Zum Besuch gehörte auch ein Gespräch Heils mit den Machern des von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst produzierten Radioprogramms „Irrläufer“ bei Radio Corax.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Akazienhof leisten großartige Arbeit. Aber auch sie machen sich berechtigte Sorgen darum, ob und wie sie ihrer Arbeit künftig gewissenhaft nachkommen können“, sagte Minister Hubertus Heil. „Umso wichtiger ist es, dass das Sofortprogramm in der Pflege zügig umgesetzt wird, auch wenn dies nur ein erster Schritt sein kann. Es muss zudem darum gehen, den Pflegeberuf als solchen attraktiver zu machen – etwa durch bessere Bezahlung. Hierzu bedarf es vor allem einer stärkeren Tarifbindung. Auch dafür will ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“

Katja Pähle: „Die heutigen Gespräche haben mir wieder gezeigt: Pflegedienstleistungen leben von der Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pflege ist ein Thema, das alle angeht – deshalb müssen wir als Gesellschaft insgesamt dafür sorgen, den Beschäftigten in der Pflege den Rücken zu stärken. Ohne gute Arbeitsbedingungen gibt es auch keine gute Pflege. Die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag im Bund zur Stärkung der Pflege sind dafür wichtige erste Schritte.“ Pähle unterstrich die Bedeutung der Abschaffung des Schulgeldes für die Pflegeausbildung, um Pflegeberufe attraktiver zu machen.

Hintergrund:

Die Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale wurde 1894 gegründet. Ziel war von Beginn an die Unterstützung von alten Menschen und Menschen mit Behinderungen. Nach einer wechselvollen Geschichte und einer Zeit des Niedergangs während der DDR wurde 1994 das formale Fortbestehen der Stiftung als kommunale Stiftung bürgerlichen Rechts festgestellt, und es begann eine Zeit des Wiederaufbaus und der Veränderung. Heute arbeiten bei der Stiftung 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Einrichtungen der stationären und teilstationären Alten- und Behindertenhilfe und in über 200 altengerechten Wohnungen werden täglich 1500 Menschen mit unterschiedlichen Hilfebedarfen begleitet.

Im Jahr 1996 übernahm die Paul-Riebeck-Stiftung das damalige Alten- und Pflegeheim Beesener Straße, den heutigen Akazienhof, von der Stadt Halle. In den damals unsanierten Gebäuden aus der Gründerzeit und der Zeit vor dem 1. Weltkrieg lebten Menschen mit geistigen Behinderungen und alte, pflegebedürftige Menschen. Mit Hilfe von Förderprogrammen und Krediten konnten die maroden Gebäude in den darauffolgenden Jahren saniert werden. Im Förderwohnheim Akazienhof leben zurzeit 99 Menschen mit geistigen Behinderungen, die aufgrund des Grades ihrer Behinderung keine Werkstatt besuchen.  Von Beginn an wurden neben dem Förderwohnheim auch Angebote in Wohnungen für Menschen mit geistigen Behinderungen geschaffen. Wichtig sind den Klienten im Förderwohnheim und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses auch die Teilnahme am Alltagsleben in der Stadt. Vor Jahren wurde eine Theatergruppe gegründet, die auf viele erfolgreiche Auftritte zurückblicken kann. Seit fast vier Jahren wird in Zusammenarbeit mit Radio Corax eine eigene Radioshow produziert.