Faire Löhne für gute Arbeit PDF Drucken
Sonntag, den 21. Februar 2010

Katrin BuddeWer in diesen Tagen die Zeitungen aufschlägt, reibt sich ob der Ausfälle des Guido W. verwundert und empört die Augen. Wer Menschen, die von Hartz IV leben müssen, „spätrömische Dekadenz“ vorwirft, dem ist jeder Sinn für die Realität abhanden gekommen. Dabei nennt Westerwelle die Verachtung der Schwächsten in unserer Gesellschaft und die liberale Klientelpolitik großspurig geistig-moralische Wende. Die FDP hat die Maske vom Gesicht genommen. Sie ist, was sie immer war, die Partei der Besserverdienenden.

Es ist im Übrigen eine Unverschämtheit, der Sozialdemokratie Leistungsfeindlichkeit vorzuwerfen. Leistung ist etwas Gutes, ebenso wie Wettbewerb. Es ist aber wie mit Medizin, es kommt auf das Maß an – zuviel ist Gift. Wettbewerb ist etwas Gutes, wenn er motiviert und Menschen an ihren Aufgaben wachsen lässt. Aber Wettbewerb ist schlecht und zerstörerisch, wenn er einen Druck erzeugt, der Menschen zerbrechen lässt.

Die Sozialdemokratie will den aufrechten Menschen, für den sich Leistung lohnt – vor allem seine Arbeitsleistung. Das heißt faire Löhne für gute Arbeit. Wenn die FDP ihre eigenen Parolen ernst nehmen würde, müsste sie eher heute als morgen Mindestlöhne einführen. Das tut sie nicht und das entlarvt sie am meisten.

 
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